Programm der INITIATIVE HECHINGER SYNAGOGE e.V.

Über die Webseite können keine Reservierungen etc. vorgenommen werden.

 

Bezüglich Veranstaltungen wenden Sie sich bitte an diese Adresse: "Initiative Hechinger Synagoge e. V.", E-Mail: info@alte-synagoge-hechingen.de,Tel. 07471/6628. Hierbei gibt es generell nur Abendkasse. Falls Vorverkauf über RESERVIX oder über Tel. 074778611 möglich ist, ist dies im Programm vermerkt.

 

"Karten für die Reihe "Hechinger Musiker zu Gast in der Synagoge" gibt es nur an der Abendkasse.

 


Der Trägerverein "Initiative Hechinger Synagoge e.V." unter dem Vorsitz
von Lothar Vees und Kornelia Maas hat ungefähr 100 Mitglieder. Als Kassier
fungiert Wilfried Schenkel.

Hinweis: COVID-19

Auf Grund der Corona-Pandemie und der damit einhergehenden Auflagen hat sich der Vorstand der Initiative Hechinger Synagoge e.V. entschieden, dass der Eintritt zu Veranstaltungen in der Alten Synagoge im zweiten Halbjahr 2020 auf Spendenbasis erfolgt. Die angedachten Eintrittspreise bleiben als Richtwerte im Programm stehen.

Bitte beachten Sie bei Ihrem Besuch in der Alten Synagoge die aktuell gültigen Hygiene- und Abstandsregeln (siehe Corona-Verordnung des Landes Baden-Württemberg: https://www.baden-wuerttemberg.de/de/service/aktuelle-infos-zu-corona/aktuelle-corona-verordnung-des-landes-baden-wuerttemberg/).

Die BesucherInnenzahl ist derzeit stark eingeschränkt. Für Veranstaltungen müssen Sie sich per Email an info@alte-synagoge-hechingen.de vorab anmelden und folgende Angaben pro Person machen:

  • - Vor- und Nachname
  • - Anschrift
  • - Telefonnummer


Die Situation kann sich jederzeit ändern. Ob und wie eine Veranstaltung stattfindet, erfahren Sie über die Webseite www.alte-synagoge-hechingen.de, die lokale Presse und/oder über den Emailverteiler der Initiative Hechinger Synagoge (Anmeldung über info@alte-synagoge-hechingen.de).

2 - 2020

 

Europäischer Tag der jüdischen Kultur

Sonntag, 6. September 2020

Carl Goldmark - ein großer jüdischer Komponist

Konzert mit Jochen Brusch (Violine und Moderation), Paola Kling (Sopran) und Clemens Müller(Klavier)

Der im damaligen Österreich-Ungarn geborene Carl Goldmark (1830-1915) stammte aus bitterarmen Verhältnissen und hatte als eines von 20 Geschwistern einen äußerst mühsamen und entbehrungsreichen Aufstieg zu erdulden. In seinem 30. Lebensjahr traten erste Erfolge ein, zunächst bescheidener Art, dann aber vermehrt, bis er schließlich – nicht am wenigsten durch seine Erfolgsoper „Die Königin von Saba“ - zu einer europäischen Berühmtheit wurde. Nach 1933 wurde Carl Goldmark ein typisches Opfer der braunen NS-„Kulturpolitik“. Leider wurde er nach 1945 in Deutschland nicht wieder systematisch rehabilitiert, so dass seine Werke während vieler Jahrzehnte hier kaum bekannt waren. Erst während der letzten Jahre rückte er wieder mehr ins Bewusstsein der musikalischen Öffentlichkeit.

Das Programm enthält Höhepunkte aus Goldmarks Schaffen: Das von wunderbar zarten Melodien durchwobene und äußerst mitreißende Violinkonzert, die ausdrucksvolle „Violinromanze“ op. 51 sowie eine Auswahl seiner schönsten Lieder. Jochen Brusch wird zwischen den Werken einzelne Abschnitte aus Goldmarks hochinteressanter Autobiographie lesen.

Eintritt: € 12 / ermäßigt € 10 / SchülerInnen und Studierende € 5

 

Hechinger Musiker zu Gast in der Synagoge


Samstag, 19. September 2020, 20:00 Uhr



Das Wasser, das wandert. Gedichte, Märchen, Lieder der Roma


Konzert von VocAlma mit Gast Janne Wagler


Papusza, mit amtlichem Namen Bronislawa Wajs (1910-1987), wurde Anfang des letzten Jahrhunderts in Polen in einem Waldlager geboren. Sie ist eine der ersten bekannten Roma-Dichterinnen. Ihre Gedichte nannte sie „gesprochene Lieder“. Einige davon wurden von Karin Wolff ins Deutsche übersetzt und vom Kleist-Museum in Frankfurt/Oder 2011 in einem kleinen, längst vergriffenen Bändchen herausgegeben.


Janne Wagler, Schauspielerin und Regisseurin aus Tübingen, liest Papuszas „gesprochene Lieder“, viele davon mit autobiographischem Charakter. Sie beeindrucken durch ihre Aufrichtigkeit und Ursprünglichkeit. Sie verzaubern mit ihrer schlichten poetischen Darstellung. Sie ziehen die ZuhörerInnen in ihren Bann!


Die stimmungsvolle Atmosphäre vertieft der Acappella-Chor VocAlma. Er singt Lieder aus dem Kulturkreis der Roma. Die traditionellen, mündlich überlieferten „Volksweisen“ werden in „Romanes“, der Sprache der Roma gesungen. Sie handeln von Liebe, Freude, Glück, Schmerz, Verlust, Trauer, Sehnsucht. Sie berühren mit ihrer ganz eigenen, besonderen Mehrstimmigkeit und Melodik – mal melancholisch, dann wieder freudig temperamentvoll – die Herzen der ZuhörerInnen.


Die Chorleiterin Gabriela Czimer singt seit über 20 Jahren Lieder der Roma. Viele von ihnen hat sie von den tschechischen Roma-MusikerInnen Ida Kelarova und Desiderius Duzda sowie auf verschiedenen Roma-Workshops kennengelernt und gibt sie begeistert weiter.


Eine Veranstaltung in Kooperation mit dem Sachgebiet Tourismus, Kultur, Hohenzollerische Landesmuseum der Stadt Hechingen.


Eintritt: frei, um Spenden wird gebeten.




Hechinger Musiker zu Gast in der Synagoge


Sonntag, 27. September 2020, 19:00 Uhr


FÄLLT AUS!

Texte und Lieder vom Fremdsein


Konzert des Chors Pantarhei


Die Erzaehlung „Weit von Wo“ nach einer Vorlage von Ursula Krechel vermittelt Einblicke in die Geschichte und das Schicksal von mehr als 20.000 deutschen und österreichischen Juden während der nationalsozialistischen Gewaltherrschaft. Die Erzählung beschreibt deren Deportation nach Shanghai / China und den verzweifelten Versuch, sich in einer völlig anderen Welt unter widrigen Bedingungen eine neue Existenz aufzubauen.


Ein wenig bekannter Teil der deutsch-jüdischen Geschichte wird eindrucksvoll von Chormusik der Gegenwart umrahmt.


Der Chor Pantarhei aus Hechingen-Boll feierte 2018 sein 20-jähriges Bestehen. Der Chor wird von Daria Pflumm geleitet.


www.chor-pantarhei.com/


Eine Veranstaltung in Kooperation mit der Amnesty International-Gruppe Hechingen und dem Sachgebiet Tourismus, Kultur, Hohenzollerische Landesmuseum der Stadt Hechingen.


Eintritt: frei, um Spenden wird gebeten.




Interkulturelle Woche 2020: „Zusammen leben, zusammen wachsen.“


Sonntag, 4. Oktober 2020, 19:00 Uhr


Die Brücke nach Haifa – Notizen einer Reise nach Israel


Ein dokumentarisches Licht-und Schattenspiel von und mit Janne Wagler (Theater Gobelin, Tübingen)


Ausgangspunkt für diese Performance sind sehr persönliche Texte der Künstlerin, die in Israel entstanden. Die Schauspielerin Janne Wagler arbeitete von 2015 bis 2018 für mehrere Monate als Freiwillige in einem Altersheim für Überlebende des Holocaust in Haifa und in einem Hospiz in Jerusalem. An einem beispiellosen Ort, auf der Nahtstelle zwischen jüdischem und arabischem Teil von Jerusalem, liegt dieses Hospiz, in dem Juden, Christen und Muslime zusammen kommen, ihre letzte Zeit gemeinsam miteinander verbringen. Die Zeit in Jerusalem war geprägt von Unruhen, die so mancher Einheimische in Israel als dritte Intifada bezeichnet. Da hinein geriet die Schauspielerin, war täglich konfrontiert mit dem aktuellen Konflikt, mit den tiefen Zerrüttungen, die in der israelischen Gesellschaft ständig präsent sind. Ihre Neugier hat sie zu den unterschiedlichsten Orten und Menschen gebracht, sie fragte nach, hörte zu. Sie lernte das Land und seine Menschen kennen und lieben.


Aufgewachsen in der DDR, geflüchtet noch vor dem Mauerfall über die ungarische Grenze, entdeckte die Künstlerin in Israel jene Momente, wo die eigene Biografie sich mit der Geschichte kreuzt. Intensiv setzt sie sich in Beziehung zu ihren Erlebnissen. Entstanden sind poetische Miniaturen, deren Kraft vor allem in der hohen Authentizität besteht. „Die Brücke nach Haifa“ ist eine Spurensuche, eine Reise zu sich selbst, zur Familie. Texte von hoher Dichte und eine Schauspielerin, die mit wenigen Mitteln atmosphärische Bilder erzeugt, nehmen die Zuschauer mit auf eine Reise in ein außergewöhnliches Land.


www.theater-gobelin.de


Gefördert durch den Landesverband Freie Tanz-und Theaterschaffende Baden-Württemberg e.V. aus Mitteln des Ministeriums für Wissenschaft, Forschung und Kunst des Landes Baden-Württemberg.


Eintritt: € 12 / ermäßigt € 10. Kartenreservierungen unter Tel. 07071/995437

Anmeldungen vorab bitte an theatergobelin@gmail.com.

 

 

 

Mittwoch, 21. Oktober 2020, 20:00 Uhr



Antisemitismus als Thema in aktuellen Schulgeschichtsbüchern


Vortrag von Dr. Martin Liepach


Schulbücher spiegeln gesellschaftliche Geschichtsbilder wieder, das gilt auch für Vorstellungen über den Antisemitismus. Häufig jedoch werden die Themen Antisemitismus und jüdische Geschichte vermengt und historische Darstellungen von Juden klischeehaft geprägt.


Der Vortrag geht anhand von ausgewählten Beispielen aus verschiedenen Epochen der Frage der Darstellung und Kontextualisierung von Antisemitismus in ausgewählten aktuellen Schulgeschichtsbüchern nach. Welche Erscheinungsformen des Antisemitismus werden thematisiert und welche Fallstricke ergeben sich durch die dargebotenen Narrative, Quellen und Aufgabenstellungen?


Dr. Martin Liepach ist Mitarbeiter am Fritz Bauer Institut in Frankfurt am Main und Mitglied der Deutsch-Israelischen Schullbuchkommission.


Eine Veranstaltung in Kooperation mit der Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft Zollernalb.


Eintritt: frei, um Spenden wird gebeten.




--- fällt aus! ---


Samstag, 7. November 2020, 19:00 Uhr


Sternstunden des Vibraphon-Jazz


Konzert mit Dizzy Krisch


--- fällt aus! ---




82 Jahre Novemberpogrom 1938


Montag, 9. November 2020, 19:00 Uhr


„Kindertransport … wie ein Licht im Dunkel“: Die Rettung von zehntausend jüdischen Kindern nach dem Novemberpogrom


Vortrag von Prof. Dr. Benigna Schönhagen


Nur fünf Jahre, nachdem die Nationalsozialisten die Macht in Deutschland übernommen hatten, brannten die Synagogen, Juden wurden auf offener Straße erschlagen und ihre Geschäfte geplündert. Die gewalttätigen Ausschreitungen im November 1938 führten aller Welt vor Augen, dass Deutschland kein sicheres Heimatland mehr für Jüdinnen und Juden war. Doch die meisten schauten weg, auch in Hechingen. Die verzweifelt Zuflucht Suchenden stießen überall auf Hemmnisse und verschlossene Grenzen. Nur Großbritannien reagierte großzügig und erwies sich als sicherer Hafen – für Kinder ohne ihre Eltern. Zivilgesellschaftliche und kirchliche Gruppen stellten gemeinsam mit der Regierung den „Kindertransport“ auf die Beine. Die großangelegte Rettungsaktion sicherte in nur knapp einem Jahr nach dem Pogrom 10.000 jüdischen Kindern und Jugendlichen aus Nazi-Deutschland und den von ihm bedrohten Ländern das Überleben.


Wie kam die Aktion zustande? Wer beteiligte sich daran? Wie wirkte sich das Überleben in der Fremde auf die unbegleiteten Kinder und Jugendlichen aus? In einer Zeit, in der Jüdinnen und Juden wieder offen in Deutschland bedroht werden, sensibilisiert der Blick auf den Kindertransport für die aktuelle Entwicklungen und die Bedeutung zivilgesellschaftlichen Engagements.


Eintritt: frei, um Spenden wird gebeten.


Eine Veranstaltung in der Reihe „Gemeinsam. Weiter!“ des Weiter! Bildungsnetzes Hechingen.




Samstag, 14. November 2020, 19:00 Uhr


Klezmer-Konzert mit Adafina


Eine Veranstaltung des Kunstvereins Hechingen. Weitere Informationen unter https://www.kunstvereinhechingen.org/




5 nach 4: Kultur am Sonntag


Sonntag, 22. November 2020, 16:05 Uhr


Antisemitismus und deutsche Demokratie: Theodor Heuss und seine „Feldzüge gegen das Vergessen“


Buchvorstellung von Prof. Dr. Dr. h.c. Karl-Josef Kuschel


Die Abwehr jedes Antisemitismus und der Einsatz für das Lebensrecht des Staates Israels –

beides gehört zur Staatsräson der Bundesrepublik Deutschland. Es sind Lernerfahrungen aus

dem deutschen Nationalsozialismus und seiner mörderischen Vernichtungspolitik gegenüber

Juden. Karl-Josef Kuschel stellt heraus, dass die „Wiedergutmachung“ gegenüber den überlebenden

Opfern und die „Aussöhnung“ mit Israel Schwerpunkte der Politik von Theodor Heuss, dem

ersten Präsidenten der Bundesrepublik, waren. Dieses Buch ist eine grundlegende Studie zur

deutschen Erinnerungskultur und ein Plädoyer gegen jede Form des Antisemitismus.


Prof. Dr. Dr. h.c. Karl-Josef Kuschel ist Professor i. R. der Universität Tübingen für Theologie der Kultur und interreligiösen Dialogs. Seit 2012 ist er Kuratoriumsmitglied der „Stiftung Weltethos“. 2015 wurde er in den Stiftungsrat des Börsenvereins zur Vergabe des jährlichen Friedenspreises des

Deutschen Buchhandels berufen. Von ihm sind zahlreiche Veröffentlichungen zum interreligiösen Dialog und zum Verhältnis von Religion und Gesellschaft erschienen.


In Kooperation mit dem Stuttgarter Lehrhaus – Stiftung für interreligiösen Dialog.


Eintritt: € 8 / ermäßigt € 6




Donnerstag, 26. November 2020, 19:00 Uhr


Black lives matter? Zur Geschichte der schwarzen Hautfarbe


Vortrag von Prof. Dr. Paul Münch


Seit dem ausgehenden Mittelalter begann man die Bevölkerung der Erde in neuer Art nach der Hautfarbe zu unterscheiden. Eine biologisierende Differenzierung nach „Rassen“ rückte die traditionellen Wertungen in den Hintergrund, die zuvor die menschliche Pigmentierung theologisch oder medizinisch erklärt hatten. Die rassistische Einfärbung der Menschheit, die sogar von Aufklärern wie Immanuel Kant vertreten wurde, war im Zeitalter des Kolonialismus höchst erfolgreich. Sie begründete eine kohärente, wirkmächtige Hautfarbenpalette, welche künftig die Eigen- und Fremdwahrnehmung von Menschen offen oder versteckt bestimmte.


Im Mittelpunkt des bebilderten Vortrags steht die Wahrnehmungsgeschichte der zunehmend negativ konnotierten schwarzen Hautfarbe, die in den USA seit Jahrhunderten die DNA des Landes bestimmt, aber auch in Europa von großem Einfluss war und noch ist. Der Blick in die Geschichte zeigt jedoch, dass es stets auch Beispiele der Hochschätzung, ja der Verehrung der schwarzen Hautfarbe gegeben hat. Heutzutage sind in demokratischen Staatswesen so genannte schwarze Menschen rechtlich geschützt, obgleich sie im Alltag häufiger als die so genannten Weißen mit Diskriminierung rechnen müssen.


Paul Münch war nach Promotion und Habilitation in Tübingen von 1984 bis 2006 Universitätsprofessor für Neuere Geschichte an der Universität Duisburg-Essen. Seine Arbeitsschwerpunkte liegen im Bereich der Konfessions-, Sozial- und Kulturgeschichte sowie der historischen Anthropologie. Mehrfach hat er sich in Publikationen und Vorträgen mit der Geschichte der Rassenlehren befasst. 2015 hielt er den Schlussvortrag einer Ringvorlesung, die von der Universität Mainz veranstaltet wurde, weil es zu erhblichen öffentlichen Streitigkeiten wegen des Logos der Dachdeckerfirma "Neger" gekommen war.


Eine Veranstaltung in Kooperation mit der Amnesty International-Gruppe Hechingen.


Eintritt: frei, um Spenden wird gebeten.




5 nach 4: Kultur am Sonntag


Sonntag, 13. Dezember 2020, 16:05 Uhr


José Saramago, „Das Evangelium nach Jesus Christus“


Lesung mit Rudolf Guckelsberger


„Der Sohn des Josef und der Maria kam auf die Welt wie alle Menschenkinder, besudelt vom Blut der Mutter. Er weinte, weil sie ihn zum Weinen brachten, und weinen wird er auch später aus diesem einzigen Grund.“


Als José Saramagos „Leben-Jesu-Roman“ 1991 in Portugal erschien, löste er zum Teil heftige Kritik aus. So irdisch und menschlich, hieß es, dürfe man nicht vom Allerheiligsten reden! – In der Tat: Was da erzählt wird (und auf welche Weise), ist nicht „gefällig“, bricht mit traditionellen Vorstellungen, scheint manchmal gar skandalös. Und doch geht es dem Autor nie um vordergründige Sensationen. Einfühlsam und mit großer bildnerischer Phantasie stößt er immer wieder zum Kern biblischer Erzählungen vor. Und siehe da: Was uns Bibellesern nur allzu bekannt ist (und worüber man gerade deshalb bisweilen hinweghört), wird plötzlich anschaulich und verblüffend greifbar. – Nicht von ungefähr wurde Saramago 1998 mit dem Nobelpreis für Literatur ausgezeichnet. José Saramago, geboren 1910, starb vor zehn Jahren.


Rudolf Guckelsberger hat aus den ersten hundert Seiten des Romans, den ‚Weihnachtskapiteln’, die wichtigsten Passagen zusammengestellt und behutsam mit Musik arrangiert. Sie dürfen gespannt sein!


Eintritt: € 12 / ermäßigt € 10




5 nach 4: Kultur am Sonntag


Sonntag, 10. Januar 2021, 16:05 Uhr


Streichquintette von Mozart, Mendelssohn & Dvořák


Neujahrskonzert mit dem Frielinghaus Ensemble


Dem Hechinger Publikum ist das Ensemble um den ECHO Klassik Preisträger und Geiger Gustav Frielinghaus nach etlichen erfolgreichen Konzerten in der Synagoge bestens bekannt. Nach Konzerten in Norddeutschland und der Elbphilharmonie findet das Ensemble erneut den Weg nach Hechingen.


Im kommenden Streichquintett Programm stehen zwei feurig-jugendliche Meisterwerke, komponiert von den 17-jährigen Teenagern Mozart und Mendelssohn, dem „amerikanischen“ Streichquintett von Dvořák, verfasst in einem Sommermonat des Inspirationsrausches aus amerikanischer Naturlandschaft und indigenen Tänzen und Klängen, gegenüber.


Mozart lässt in seinem Quintett die Eindrücke der Mailänder Oper nachklingen, ausgedehnte Arien zwischen erster Geige und erster Bratsche wechseln mit konzertierendem Schlagabtausch und raffinierten Dialogmöglichkeiten aller Stimmen des Ensembles. Mendelssohn erschafft im langsamen Satz seines Werks ein sehr persönliches und hoch emotionales „Lied ohne Worte“. Ein musikalischer Nachruf für einen befreundeten Geiger, umrankt von den typisch leicht und drängenden virtuosen Hauptsätzen. Dvořáks Kammermusik-Pendant zur „Sinfonie aus der neuen Welt“ verbindet ebenso wie die berühmte Sinfonie Naturklänge, die den Blick vielleicht etwas wehmütig nach der tschechischen Heimat richten mit spontaner, unbeschwert und überschäumender Musizierfreude, was so zu einem neuen Klangerlebnis wird.


Programm:


Wolfgang Amadeus Mozart (1756-1791): Streichquintett B-Dur, KV 174

Felix Mendelssohn Bartholdy (1809-1847): Streichquintett A-Dur, op. 18

Antonín Dvořák (1841-1904): Streichquintett Es-Dur, op. 97


Besetzung:


Gustav Frielinghaus – Violine

Leonard Fu – Violine

Alejandro Regueira Caumel – Viola

Sào Soulez Larivière – Viola

Jakob Schall – Violoncello


Eintritt: € 20 / ermäßigt € 15




Tag des Gedenkens an die Opfer des Nationalsozialismus


27. Januar 2021, 19:00 Uhr


Die gerichtliche Aufarbeitung von Misshandlung und Deportierung in die Vernichtung


Die Aufarbeitung der an den jüdischen Bürgern in Haigerloch und Hechingen begangenen Verbrechen durch die deutsche Justiz in der Nachkriegszeit (1946-1950) am Beispiel der Prozesse gegen Paul Schraermeyer und Josef Kronenbitter und Mittäter


Der Vortrag behandelt exemplarisch und vergleichend die Prozesse in der Nachkriegszeit gegen den Hechinger Landrat Paul Schraermeyer in Zusammenhang mit den Judendeportationen in Hohenzollern 1941/42 sowie gegen Josef Kronenbitter und weitere Straftäter im Zusammenhang mit den 1939 in Haigerloch nach dem Hitlerattentat begangenen Misshandlung von Haigerlocher Juden.


Vortrag von Dr. Andreas Zekorn


Am 18. April 1947 waren bei der Staatsanwaltschaft Hechingen sieben Strafsachen wegen Ausschreitungen gegen Juden und jüdisches Eigentum während der Zeit des nationalsozialistischen Unrechtsregimes im damaligen Landkreis Hechingen anhängig. Die Aufarbeitung der regionalen Verbrechen, die während der nationalsozialistischen Unrechtsherrschaft begangen wurden, durch deutsche oder – in unserer Region – französische gerichtliche Instanzen in der unmittelbaren Nachkriegszeit bis etwa zum Jahre 1950 war kaum Gegenstand wissenschaftlicher Aufarbeitung sei es durch Historiker, sei es durch Juristen. Dieser Befund gilt nicht nur für das Gebiet der früheren Landkreise Balingen und Hechingen, sondern konnte noch 2013 allgemein zumindest für Westdeutschland gezogen werden. Mittlerweile erfuhr die jurisdiktionelle Aufarbeitung ein erhöhtes Interesse. So wurde gerade der Prozess gegen den Hechinger Landrat Paul Schraermeyer in der überregionalen Forschungsliteratur relativ intensiv untersucht. Der Vortrag behandelt exemplarisch und vergleichend die Prozesse gegen den Hechinger Landrat Paul Schraermeyer in Zusammenhang mit den Judendeportationen in Hohenzollern 1941/42 sowie gegen Josef Kronenbitter und weitere Straftäter im Zusammenhang mit den 1939 in Haigerloch nach dem Hitlerattentat begangenen Misshandlung von Haigerlocher Juden. Bemerkenswert sind in beiden Fällen die durch das Landgericht Hechingen 1947 unter Vorsitz des Landgerichtsdirektors Dr. Alexander von Normann auf der Grundlage des Kontrollratsgesetzes Nr. 10 ergangenen Urteile, in denen die Verbrechen historisch und juristisch aufgearbeitet wurden und die zu einer Verurteilung der Angeklagten zu Haftstrafen führten. In beiden Fällen verwarf 1948 der Strafsenat des Oberlandesgerichts Tübingen unter Vorsitz des Oberlandesgerichtspräsidenten Prof. Dr. Emil Niethammer in den Revisionsverfahren die Hechinger Urteile auf der Grundlage des deutschen Strafgesetzbuches. Dies führte im Falle Schraermeyrs zu einem Freispruch und in den anderen Fällen zu einer wesentlichen Abmilderung der Urteile.


Dr. phil. Andreas Zekorn (*1957 in Sigmaringen) studierte Geschichte und Germanistik in Tübingen und Wien und promovierte 1989 zum Thema Zwischen Habsburg und Hohenzollern. Verfassungs- und Sozialgeschichte der Stadt Sigmaringen im 17. und 18. Jahrhundert. Nach der Ausbildung für den höheren Archivdienst in Karlsruhe und Marburg ist er seit 1991 Leiter des Kreisarchivs Zollernalbkreis in Balingen. Er veröffentlichte und ist Mitherausgeber von zahlreichen Publikationen zur Landeskunde Südwestdeutschlands mit den Schwerpunkten Hohenzollern, Zollernalbkreis, Stadtgeschichte, Frühe Neuzeit, Verfassungs- und Verwaltungsgeschichte. Dr. Zekorn hat sich zudem intensiv mit dem Komplex „Unternehmen ‚Wüste“‘ und somit den Konzentrationslagern im Gebiet des heutigen Zollernalbkreises beschäftigt. Zuletzt erschien von ihm Todesfabrik KZ Dautmergen. Ein Konzentrationslager des Unternehmens „Wüste“ mit einem Epilog zu dem polnischen Schriftsteller und KZ-Häftling Tadeusz Borowski, Stuttgart 2019 (= Schriften zur politischen Landeskunde Baden-Württembergs Band 49. Herausgegeben von der Landeszentrale für politische Bildung Baden-Württemberg).


Eine Veranstaltung in Kooperation mit dem Hohenzollerischen Geschichtsverein.


Eintritt: frei, um Spenden wird gebeten.

Tora-Lernkreis - 2020

(in Kooperation mit dem Stuttgarter Lehrhaus - Stiftung für interreligiösen Dialog)

 

Mittwochs, 18:30 Uhr bis 20:00 Uhr


Im Tora-Lernkreis wird unter der Leitung von Prof. Dr. Oliver Dyma mit Unterstützung von Pfarrerin Marlies Haist anhand des Buches „Jüdische Spiritualität in der Tora und den jüdischen Feiertagen“ (Basel 2016) von Gabriel Strenger und der Lesung eines Auswahltextes der jeweilige Wochenabschnitt der Tora ausgelegt. Im neuen Lernzyklus wird zusätzlich der neue Siddur von Gabriel Strenger „Die Kunst des Betens – Spiritueller Leitfaden zum jüdischen Gebetbuch“ miteinbezogen.


Der Unkostenbeitrag beträgt € 5 pro Sitzung.


Termine:


23. September 2020

28. Oktober 2020

25. November 2020

16. Dezember 2020

20. Januar 2021

Allgemeine Öffnungszeiten

Öffnungszeiten: Die Synagoge ist sonntags von 14h bis 17h geöffnet. Der Eintritt beträgt 2 €, SchülerInnen und Studierende haben freien Eintritt. 

Auf Ihren Besuch, Ihre Spende oder auch Ihre Mitgliedschaft freut sich die

Initiative Hechinger Synagoge e.V.,

Heiligkreuzstraße 55,

72379 Hechingen

IBAN:  DE95 6535 1260 0079 0479 08BIC:  SOLADES1BAL (Sparkasse Zollernalb)

 

Enthaltene Personen und Gruppen: Lea Fleischmann, Johanna Pommranz, Joachim Hahn, Kurt Weill, Rudolf  Guckelsberger, Norbert Kirchmann, Sopralaria, Sabine Kreutzberger, Veronique Simons, Wilu Mann, Christiane Schmidt, Mössinger Vokalensemble, Verein Alte Synagoge Hechingen